Weißenburg

Weißenburg
  • Ca. 17.500 Einwohner
  • Das Ellinger Tor war in den 1960er Jahren in der Briefmarkenserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten zu sehen.

Kleiner historischer Überblick

Wie bei einigen anderen Städten der Region, ist auch die Geschichte von Weißenburg durch den Limes eng mit den Römern verbunden. Aus der Siedlung mit einer großen römischen Therme um das Kastell Biriciana entwickelte sich schließlich die spätere Reichsstadt, wenn auch die Besiedlung vermutlich nicht durchgehend bestand. Mit den Römern in Weißenburg befasst sich das Römermuseum, in dem auch der Weißenburger Römerschatz zu besichtigen ist. Zahlreiche Fachwerkhäuser, barocke Bürgerhäuser und große Teile der noch erhaltenen Stadtbefestigung machen Weißenburg mit seinen 17.500 Einwohnern zu einem sehenswerten Städtchen. Das Ellinger Tor, das einzige noch erhaltene mittelalterliche Stadttor, stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde um 1510 um ein Vorwerk und zwei kleinere Türme erweitert. Das Tor war in den 1960er Jahren in der Briefmarkenserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten zu sehen. Überragt wird die Stadt von der Wülzburg, einem Festungsbau der Hohenzollern aus der Frühen Neuzeit.

Sehenswürdigkeiten in Weißenburg

Römermuseum Weißenburg

Neben einer sehenswerten Sammlung von Objekten des römischen Kunsthandwerks, zeigt das Römermuseum eine Übersicht der vor- und frühgeschichtlichen Kulturen der Region. Der Glanzpunkt ist aber der Weißenburger Römerschatz, der im 3. Jahrhundert vergraben und erst 1977 wieder entdeckt wurde. Neben Votiven aus Silberblech und zahlreichen Bronzegefäßen, bilden die 17 Bronzestatuetten römischer Götter den Glanzpunkt des Römerschatzes. In den Räumen des Museums ist auch das Bayerische Limes-Informationszentrum untergebracht, das sich ganz dem UNESCO-Weltkulturerbe Obergermanisch-Rätischer Limes widmet.

Römische Thermen Weißenburg

Die römischen Thermen in Weißenburg gehören zu den wenigen Bädern, die heute noch auf dem Gebiet der früheren germanischen Provinzen erhalten sind. Entdeckt wurden sie 1977 und sind seit 1985 zu einem Museum ausgebaut. Hier lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie die Thermen beheizt wurden und wie die Fußbodenheizungen der Römer funktionierten. Die Thermen wurden Tag und Nacht mit Holz und Holzkohle geheizt, da es mehrere Tage gedauert hätte, das abgekühlte Bad wieder aufzuwärmen. Schätzungen ergaben, dass pro Jahr etwa ein Hektar Wald gerodet werden musste, um den Betrieb aufrecht zu halten.

Kastell Biriciana

Westlich von Weißenburg liegt das Römerkastell Biriciana auf einem nicht überbauten Areal – ein glücklicher Umstand für die Limesforschung. Das Kastell ist einer der ergiebigsten archäologischen Fundorte am Rätischen Limes. 1979 wurde bei Gartenarbeiten der Weißenburger Römerschatz entdeckt, der als bedeutendster süddeutscher Fund dieser Art gilt. Der Schatz kann heute im Römermuseum besichtigt werden. Mit der Eroberung des Gebiets nördlich der Donau musste auch die neue Grenze gesichert werden. Ein erstes Holzkastell wurde im 2. Jahrhundert durch ein Steinkastell ersetzt, das um 253 durch Alemannen zerstört wurde. 1990 wurde ein archäologischer Park gegründet, der sich über das gesamte Kastellareal erstreckt. So konnte der Verlauf der Konturen von Wehrmauern und Stabsgebäuden konserviert werden. Dazu wurde ein Kastelltor rekonstruiert und kann einen Eindruck von dem früheren Ausmaß des Kastells vermitteln.

Wülzburg

Im Südosten von Weißenburg steht auf einer 650 Meter hohen Kuppe die Festung Wülzburg. Spätestens seit dem 11. Jahrhundert befand sich hier ein Benediktinerkloster, das jedoch nach der Reformation aufgegeben wurde. 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich I an der Südgrenze seines Territoriums die fünfeckige Festungsanlage bauen. Beeindruckend ist der Tiefe Brunnen im Westflügel der Wülzburg. Eine runde Röhre mit einem Durchmesser von 2,5 Meter wurde vermutlich über 140 Meter tief in den Fels getrieben, bis ausreichend Wasser führende Schichten erreicht wurden. Im Ersten Weltkrieg wurde die Wülzburg als Kriegsgefangenenlager genutzt. 1918 war einer der Internierten der spätere französische Präsident Charles de Gaulle. Durch die Lage auf der höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, bietet sich ein guter Ausblick auf die Umgebung, besonders auf das nahe Weißenburg.