Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg - Altmühl-Radweg
  • Ca. 11.000 Einwohner
  • Gilt als Inbegriff der deutschen Romantik und im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt
  • Liegt im Naturpark Frankenhöhe
  • Im Deutschen Weihnachtsmuseum herrscht das ganze Jahr über „Besinnlichkeit“

Kleiner historischer Überblick

Die Kleinstadt an der Tauber ist dank ihrer weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt eine weltweit bekannte Touristenattraktion.
Gut 11.000 Einwohner wohnen im Westen des Freistaats Bayern an der Grenze zu Baden-Württemberg. Rothenburg liegt im Naturpark Frankenhöhe. Im Mittelalter hatte die Stadt ihre Blütezeit.
Ende des 13. Jahrhunderts wurde sie zur Freien Reichsstadt und erlebte von 1373 bis 1408 ihre turbulenteste Phase. Die entscheidende Rolle spielte dabei Heinrich Toppler, der 1373 erstmals zum ersten Bürgermeister von Rothenburg gewählt wird. Toppler macht sich schnell einen Namen durch riskante politische und finanzielle Transaktionen, die jedoch zum Großteil erfolgreich ablaufen. Dazu gehört der systematische Landerwerb im Umland. Nach und nach werden Mühlen, Burgen, Wälder und ganze Dörfer dem verarmten Landadel abgekauft bis 1406 etwa 400 km² in der nahen Umgebung zu Rothenburg gehören. Dazu kommen noch verschiedene Außenposten im weiteren Umland. Toppler fördert die Wiederansiedelung der Juden in der Stadt, denen allein es im Mittelalter erlaubt war, das Kreditgewerbe auszuüben. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt treibt er dazu den Ausbau der Stadtbefestigung in Rothenburg voran. Die Mauer wird verstärkt und erweitert, die Anzahl der Türme wird mehr als verdoppelt und im Vorfeld entsteht ein System von Gräben, die bei Bedarf geflutet werden können. Nach Topplers Tod gibt Rothenburg die expansive Politik auf und spielt seine Rolle als Freie, aber auch relativ unbedeutende Reichsstadt. Sie fällt in einen Dornröschenschlaf, der jedoch dafür verantwortlich ist, dass die mittelalterlichen Bauten noch heute weitgehend erhalten sind. Nach den Wirren der Französischen Revolution wird Rothenburg 1803 ein Teil Bayerns und entwickelt sich nach und nach zu einem beliebten Tourismusziel. Schon vor dem Ersten Weltkrieg treffen Busse mit interessierten Gästen ein, die sich vom Charme der Stadt verzaubern lassen.
Im Zweiten Weltkrieg wird Rothenburg kurz vor Kriegsende Opfer eines Bombenangriffs, bei dem 40 % der original erhaltenen Bauten zerstört, aber die bedeutendsten Baudenkmäler im Zentrum der Stadt weitgehend verschont werden. Im April 1945 verhindert der spätere USHochkommissar für Deutschland John J. McCloy einen  Artillerieangriff auf Rothenburg. Er kannte die malerische Altstadt aus Erzählungen seiner Mutter, die die Stadt vor Kriegbeginn besucht hatte. Nach Kriegsende beteiligten sich viele Amerikaner finanziell am Wiederaufbau von Rothenburg. Bei einem Rundgang durch die verwinkelten Gassen der Stadt trifft man allerorts Touristen aus der ganzen Welt und hört ständig Fotoapparate klicken. Die zahlreichen Fachwerkhäuser und Türme der Stadtbefestigung in der traumhaften Altstadt machen den Besucheransturm plausibel – schließlich ist jeder Gast begeistert.

Sehenswürdigkeiten in Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg - Die Altstadt

Markusturm, Rothenburg ob der Tauber

Die Altstadt

Liebevoll restaurierte Fachwerkfassaden mit schmucken Hausgiebeln, romantische Erker und an jeder Ecke Zeitzeugen einer längst vergangenen Zeit: In den engen Gassen herrscht eine (bau-) geschichtliche Vielfalt, die ihresgleichen sucht.

Das Deutsche Weihnachtsmuseum

In der Herrngasse wird ein Kindertraum Wirklichkeit, denn hier ist das ganze Jahr über Weihnachten. Hier erfahren Sie Interessantes über die Geschichte des Festes. Glitzernde Christbaumkugeln, Weihnachtsmänner und zahlreiche Nussknacker sind hier seit der Eröffnung im Jahr 2000 zu besichtigen.

Rothenburg - St. Jakob

St. Jakob, Rothenburg ob der Tauber

Die Stadtpfarrkirche St. Jakob

Die Kirche wurde zwischen 1311 und 1484 erbaut. Auffällig sind die beiden unterschiedlich hohen Haupttürme. Im Innern der Kirche befindet sich der berühmte Heiligblut-Altar von Tilman Riemenschneider, einem bedeutenden Bildschnitzer und Bildhauer.

Das Mittelalterliche Kriminalmuseum

Das Kriminalmuseum gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der vergangenen 1000 Jahre. Ausstellungsstücke sind Folter- und Hinrichtungsinstrumente, Halsgeigen, Schandmasken, Gesetzestexte und Anleitungen zu Hexenprozessen.

 

Rothenburg - Das Plönlein

Das Plönlein mit Kobolzeller Tor, Rothenburg ob der Tauber

Das Plönlein

„Der kleine Platz“, das Plönlein, ist der vielleicht schönste Platz in Rothenburg ob der Tauber. Das schmale, leicht windschiefe Fachwerkhaus und der kleine Brunnen liegen idyllisch inmitten von renovierten Bürgerhäusern. Wie gemacht für ein Erinnerungsfoto!

 

Rothenburg - Das Rathaus

Rathaus, Rothenburg ob der Tauber

Das Rathaus

Hellebarden, Waffen und Möbel erinnern im Historiengewölbe des Rathaus an die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, als Bürgermeister Georg Nusch die Stadt durch den „Meistertrunk“ (3,5 l Wein auf einen Zug) vor der Brandschatzung durch die Kaiserlichen rettete. Im Verlies darunter wurde der Bürgermeister Heinrich Toppler (1340-1408) ermordet. Er hatte großen Anteil an der heutigen Gestalt der Stadt, wurde aber Opfer einer Intrige.