Die Altmühl

Entfernungskarte der Altmühl

Mit knapp 230 Kilometern Länge ist die Altmühl der zweitlängste Fluss Bayerns. Über den Ort ihres Ursprungs gehen die Meinungen bis heute auseinander. Im Jahre 1904 entschied das Bayerische Hydrotechnische Bureau zu München, dass ein Abflussgraben des Hornauer Weihers, 12 Kilometer nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber, als Quelle der Altmühl festzulegen ist.

Die Namensherkunft Altmühl ist ebenfalls umstritten. Laut einer Überlieferung aus dem Keltischen ist die Altmühl ein Gewässer, das bei einem zu schützenden Höhenzug mündet. Infrage kommt auch eine Ableitung aus alk und mun, dessen Bedeutung einem ruhigen und stillen Fluss entspricht. Eine naheliegende Namensgebung, gilt die Altmühl als einer der langsamsten Flüsse Deutschlands. Die langsame Fließgeschwindigkeit ist dem geringen Gefälle von 120 Metern bis zur Mündung in die Donau bei Kelheim geschuldet.
 
Bis die Altmühl auf die Donau trifft, fließt sie durch Mittelfranken, die Oberpfalz, Oberbayern und das östliche Niederbayern. Die Altmühl ist in drei Teile gliederbar. Am Oberlauf noch ein kleiner Wiesenfluss ist ihre Umgebung durch eine weiträumige, flache aber auch leicht hügelige Landschaft geprägt. Im Mittellauf fließt sie am Altmühlsee vorbei. Als Teil des Fränkischen Seenlandes wurde dieser in den 1970ern / 1980ern in der Nähe von Gunzenhausen künstlich angelegt. Er fungiert als Stausee um etwaiger Wasserknappheit im Umland und Landwirtschaft schädigendem Hochwasser an der Altmühl entgegenzuwirken. Heute ist der Altmühlsee als Vogel- und Naturschutzgebiet ausgewiesen und ein beliebtes Freizeitziel. Der untere Flusslauf von Dietfurt bis Kelheim ist heute Teil des Main-Donau-Kanals. Somit ist die Altmühl ab Dietfurt schiffbar.
 
An jeder Flussbiegung wartet etwas Neues. Mal geht es durch enge Täler, mal durch weite Flussauen. Bizarre Felsformationen und sonnige Talhänge wechseln sich mit schattigen Wäldern und bunten Wiesen ab. Entlang ihres Flusslaufes wird die Altmühl einen Großteil vom Naturpark Altmühltal umgeben. Dieser lädt, abseits des Flusses, zu vielerlei Eindrücken und Sehenswertem ein.
 
Prägend für die Altmühl-Landschaft sind zudem zahlreiche geologische und historische Zeugnisse. Urzeitliche Relikte der Jurazeit und rekonstruierte Bauten der Kelten und Römer säumen die Altmühl ebenso wie mittelalterliche Burgen und prächtige Schlösser. Sehenswert sind zum Beispiel das Römerkastell Biriciana in Weißenburg, die Pappenheimer Burg, die Fürstbischöfliche Residenz in Eichstätt, die Burg Prunn bei Riedenburg, das Kloster Weltenburg sowie die Befreiungshalle und der Donaudurchbruch bei Kelheim. Das Gebiet entlang der Altmühl hat einen hohen Freizeitwert. Die landschaftlichen Gegebenheiten und die Unaufgeregtheit der Altmühl eignen sich besonders gut für Radfahrer, Kanuten, Kletterer und Wanderer.